Mondial Air Ballons in Ostfrankreich

Im siebten Himmel der Ballonfahrer

Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon? Beim Festival „Mondial Air Ballons“ in Chambley lassen sich die imposanten Luftfahrzeuge von ganz nah begutachten.

Der Heißluftballon ist das älteste Luftfahrzeug der Menschheitsgeschichte.

Die erste kontrollierte Heißluftballonfahrt fand 1783 in Paris statt. Die Franzosen Jean-François Pilâtre de Rozier und François Laurent d'Arlandes führten die Fahrt in einem von den Brüdern Montgolfier entwickelten Ballon durch.

Ein Heißluftballon wiegt im Durchschnitt zwischen 300 und 400 Kilogramm.

Er besteht aus einer Hülle, einem Korb und einem Brenner, der die Luft im Inneren der Hülle erhitzt.

Der Brenner verwendet Propangas, ein Flüssiggas, das in Flaschen gelagert wird.

Im Neuzustand kann die Hülle eines Heißluftballons bis zu 700 Flugstunden überdauern.

Der Preis für eine Hülle und einen Korb kann rund 50.000 Euro betragen. Aus diesem Grund sind Ballonfahrten relativ teuer: Eine Stunde Flug kostet den Piloten 750 Euro.

Die Größe der Hülle variiert je nach dem zu transportierenden Gewicht. Mit einem Kubikmeter Heißluft können 300 Gramm angehoben werden.

So kann ein kleiner Ballon von 1.600 Kubikmetern zwei Personen, einschließlich des Piloten, befördern. Ein 3.000 Kubikmeter großer Ballon kann mit bis zu fünf Personen abheben.

Die kleinsten Heißluftballons, die nur den Piloten ohne Korb befördern können, werden „Hoppers“ genannt und haben ein Volumen von nur 600 Kubikmeter.

Um zu starten, müssen die Wetterbedingungen günstig sein: wenig Wind, kein thermischer Wind, kein Regen und eine Temperatur unter 15 Grad Celsius.

Wenn alles bereit ist, muss die Luft in der Hülle auf 95 Grad Celsius erhitzt werden, damit der Ballon aufsteigen kann.

Um den Ballon zu steuern, muss man mit der Höhe und den verschiedenen Luftströmungen spielen.

Um den Aufstieg zu kontrollieren, wird eine einfache Regel befolgt: Warme Luft steigt höher als kalte Luft.

Es gibt keine Höhenbegrenzung für eine Ballonfahrt. Wenn man eine Höhe von 3.000 Metern erreicht, brauchen die Passagiere jedoch zusätzlichen Sauerstoff.

Im Jahr 1999 umrundete Bertrand Piccard in einem mit Helium gefüllten Ballon die Erde. Die Flugdauer von 477 Stunden und 47 Minuten für 45.755 Kilometer stellte einen Rekord dar.

Während des „Mondial Air Ballons“ sind die Ballons etwa eine Stunde unterwegs. Je nach Windstärke legen sie zwischen zehn und 18 Kilometer zurück.

„Es ist der Himmel, der den Weg weist“, sagt Philippe Buron Pilâtre, Großneffe des Pioniers der Ballonfahrt, Jean-François Pilâtre de Rozier.

Der frühere AFP-Journalist gründete 1983 die Grand Est Mondial Air Ballons (Gemab), das größte Treffen für Ballonfahrer aus aller Welt.

An der 17. Auflage der Veranstaltung nehmen zwischen 400 und 450 Piloten aus 38 Ländern teil, darunter zehn Luxemburger.

Aufgrund der Corona-Pandemie und der sanitären Vorschriften mussten mehrere Piloten ihre Teilnahme an dem Festival absagen – ebenso wie die englischen Piloten, die sich bei ihrer Ankunft in Frankreich und bei ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben müssen. Insgesamt kamen neun englische Piloten statt der geplanten 150, so der Organisator.

Einer der besonderen Momente des Festivals ist die „Ligne de Nuit“.

Am Boden reihen sich die Ballons in der Nacht unter den Klängen von Musik auf und beleuchten ihre Hüllen mit den Flammen ihrer Brenner.

Die Mondial Air Ballons hält den Weltrekord für die größte Anzahl von gleichzeitig startenden Ballons und steht im Guinness-Buch der Rekorde. Im Jahr 2017 gingen 456 bunte Ballons gleichzeitig in Startposition.

Im Jahr 2023 hofft Philippe Buron Pilâtre, seinen eigenen Rekord brechen zu können: 500 Ballons sollen dann gleichzeitig in den Himmel aufsteigen.